Wirtschaft/Hochschule

Wider die Stoff-Bulimie an Hochschulen: Reinschaufeln, Auskotzen, Vergessen - Stipendium für Regelbrecher

Von Gunnar Sohn veröffentlicht am 18/09/2009 - 1 Kommentar(e)

 

Halle an der Saale/Karlsruhe - Das Unternehmen forward2business schreibt ein Stipendium für den Management-Nachwuchs aus. Trendforscher Sven Gábor Jánszky erklärt das Engagement mit der fehlenden Innovationskraft der deutschen Wirtschaft. „Deutsche Unternehmen sind Weltmeister im Wettbewerb um Effizienz und Prozessmanagement. Und doch fehlen uns echte Innovatoren, die die Grenzen ihrer Branchen überschreiten und damit neue Märkte und Produkte entdecken. Im forward2business-ThinkTank gibt es diese Regelbrecher. Doch es sind viel zu wenige! Dies liegt insbesondere an unserer Managerausbildung, die stromlinienförmige Verwalter aber keine echten Innovatoren hervorbringt", so Jánszky.

Man habe deshalb nach einem Weg gesucht, die Trendexpertise und Innovationsmethoden seines Think Tanks an die Universitäten zu bringen. Mit der Karlshochschule International University in Karlsruhe habe man den perfekten Partner gefunden, der die Vorstellung von innovativer Managementkultur nicht nur teilt, sondern in die Praxis des Hochschulstudiums umsetzt. Der forward2business-Stipendiat werde wie alle Studenten der Karlshochschule bereits während des Studiums neue Wege gehen. Er werde das Querdenken lernen und den Blick für disruptive Innovationen trainieren. ‚Change Management und Innovation‘ sind feste Bestandteile des Studiums.

Regelbrecher Professor Zerr
Regelbrecher Professor Zerr

„Genau wie alle anderen Hochschulen haben wir die Studenten bis vor kurzem noch mit Regeln zugeschüttet. In sechs Semestern des Bachelorstudiums lernten sie: Regeln, Regeln, Regeln! Was wir da taten und andere noch tun ist Stoff-Bulimie: Reinschaufeln, Auskotzen, Vergessen", moniert Hochschulpräsident Professor Michael Zerr. „Doch inzwischen begreifen wir Management als Kulturwissenschaft. Wir bringen den künftigen Managern bei, Brücken zwischen Kulturen zu schlagen, Konventionen zu hinterfragen und disruptive Innovationen nicht nur zu denken sondern auch umzusetzen. Wir dürfen unseren Studenten nicht das unter Managern typische Benchmarking beibringen. Wir bringen sie stattdessen dazu, später in ihren Unternehmen Veränderungen zu bewirken. Sie sollen sich nicht zwanghaft den Regeln unterwerfen, sondern sich Möglichkeiten der Freiheit innerhalb bestimmter Regeln erarbeiten", erklärt der Hochschulpräsident.

Das Studium werde deshalb von renommierten Experten und angesehenen Persönlichkeiten an konkreten Fällen aus der kulturellen und unternehmerischen Praxis, mit eLearning, Planspielen und Simulationen gestaltet. Interkulturelle Kompetenzen und ethischer Fragestellungen würden den Studiengang auszeichnen. Sechsmonatige Praxisaufenthalte in Unternehmen und Auslandsstudien an Partnerhochschulen von Neuseeland bis Georgien stehen für den künftigen forward2business-Stipendiaten ebenso auf dem Programm. Interessierte Studienanfänger können sich für das Stipendium bis Anfang Oktober bewerben. Email: jana.sorgalla@forward2business.com. 

Siehe auch: 

Spinner statt Spießer: Warum wir in Deutschland mehr Regelbrecher brauchen - Fortschritt kommt vom Außenseitertum.

 

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Kommentare

  • Guter Ansatz, kommt für mich allerdings zu spät, bin gerade mit dem Stoff-Bulimie-Studium fertig geworden.

    Posted by Acki, 18/09/2009 4:31pm (vor 12 Monat)

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