Wirtschaft/Unternehmen

Warum sich Gestern-Unternehmer vor Steve Jobs fürchten sollten

Von Gunnar Sohn veröffentlicht am 22/10/2009 - 1 Kommentar(e)

 

 

Bonn - Wenn es mit dem Aufschwung funktionieren soll, geht es nur mit einer geballten Kraft Unternehmertum und Wettbewerb als Entdeckungsverfahren. Die Dinge des Lebens, auch die relevanten wie die Energiewende, geschehen nur nach der Versuch und Irrtum-Methode. Entdeckerlust und Vermarktungsfähigkeiten sind gefragt. Wie man selbst in Krisenzeiten Rekordergebnisse erzielen kann, hat der kongeniale Apple-Chef Steve Jobs unter Beweis gestellt. Seine Produktphilosophie hat die NZZ schön beschrieben: „Es sind ästhetisch ansprechende Produkte, technisch zu Ende gedacht, intuitiv zu benutzen; es sind Produkte, die sich von der Masse der Konkurrenz abheben, die etwas Rebellisches an sich haben, etwas Unangepasstes. Ein Hang zu Eleganz, Perfektion, Benutzerfreundlichkeit, zum Besonderen - das ist es, was Jobs Arbeit als Computerunternehmer auszeichnet. Es ist nicht einzusehen, warum nicht auch andere Führungspersönlichkeiten Produkte entwickeln lassen könnten, die sie gerne auch selber für sich oder ihre Angehörigen kaufen würden", soweit die NZZ.

Es ist eigentlich sehr traurig, dass diese Selbstverständlichkeiten von anderen Unternehmen so häufig vernachlässigt werden. Wir müssen uns auf die Forschung und Entwicklung konzentrieren, auf die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft, auf die Veredelung von Produkten, auf die Verbesserung der Produktvermarktung und auf smarte Servicekonzepte, wie es der Apple-Chef praktiziert. Wir müssen massiv den ökonomischen Wandel von der klassischen industriellen Produktion zu Dienstleistungen und Wissen sowie zur Informations- und Kommunikationstechnik vorantreiben. Branchen, die diese Weisheiten nicht praktizieren, werden von der Bildfläche gefegt, wie man am Fall Quelle sehen kann. 

Wenn er über Arbeit oder Freizeit nachdenkt, ändert sich unser Leben. „Und ein ganzer Markt gleich mit. Jetzt braucht der Konzernchef dringend einen neuen Bestseller. Also Vorsicht, Microsoft, Sony, Nintendo und Canon", schreibt Stern online. Die Warnung ist berechtigt. Wenn man die ins Trudeln geratene Musikindustrie betrachtet.

„Nur acht Jahre ist es her, dass Jobs bei einer Pressekonferenz im Silicon Valley den ersten iPod aus der Hosentasche zog. Heute dominiert der Winzling den US-Markt für mobile Abspielgeräte mit einem Anteil von weit über 70 Prozent. Der iPod bedeutete das Aus für einst tonangebende Handelsketten wie Virgin oder Tower Records. Und er revolutionierte die gesamte Branche. Inzwischen steht Apple für 25 Prozent aller Musikverkäufe in den USA, den Onlinemarkt hat der Konzern über seine Plattform iTunes fest im Griff. Marktanteil: fast 70 Prozent. Es ist nicht die erste Industrie, die Steve Jobs auf den Kopf gestellt hat - und es wird kaum die letzte sein. Egal welchen Markt der ‘erfolgreichste aller Vorstandschefs' (Ex-GE-Chef Jack Welch) und ‘globale kulturelle Guru' ('Fortune') sich vornimmt: Er verändert ihn für immer", so Stern online.

Apple-Produkte prägten, wie wir mit Computern arbeiten, Musik hören, Filme anschauen oder telefonieren. Konzernchef Jobs spürt, was die Leute wollen, bevor sie es selbst wissen. „Steve hat eine phänomenale Intuition, wie man Branchen umwälzt", sagt Paul Saffo, Zukunftsforscher aus dem Silicon Valley. „Und schon bald werden wir ein weiteres Beispiel dafür sehen." 

Die Auguren würden Jobs und Apple so ziemlich alles zutrauen: ein Mini-Notebook, eine Spielkonsole, sogar einen Internetfernseher. Wird er die Tageszeitungen endgültig in die Knie zwingen mit einem phantastischen E-Book-Reader? Zukunftsforscher Saffo äußert sich jedenfalls euphorisch über neue Großtaten von Jobs: „Ich garantiere, dass der iPad für Filme, Spiele, Zeitungen und Bücher das sein wird, was der iPod für Musik war. „Neue Impulse könnte der bisher eher schwierige Markt für Tablet-Computer in der Tat gut gebrauchen. Die Rechner, die mit kleinen Plastikstiften bedient werden, unterscheiden sich zu wenig von anderen Rechnern, um die relativ hohen Preise zu rechtfertigen.

„Apple wird weiterhin gute Hardware und noch bessere Software bauen, die alle eines der größten Assets des Apple-Konzernes bedienen werden: iTunes. Denn das Zeitalter der digitalen On-Demand-Medien, seien es Musikstücke, Zeitungen, Filme, Software oder Bücher hat gerade erst begonnen. Ich bin mir sicher, dass wir uns in 2-3 Jahren das Entertainment-Programm mittels itunes sowohl auf Settop-Boxen, Internet-TVs, Readern, Netbooks oder über mobile Endgeräte zusammenstellen," so die Einschätzung von Björn Behrendt Geschäftsführer von Service-Community.net. Bitte schickt mir Eure Prognosen. gunnareriksohn@googlemail.com

Siehe auch:

Apple und die Macht der Visionen.

Wünsche und Visionen. 

Andreas Frank:

Schick fänd´ ich persönlich ja ein 30"-Display mit integrierter iTV-Funktion (also Festplatte und WLAN-Zugriff auf iTunes wie beim iMac in einem Gerät) und mit Drahtlos-Zugriff auf konventionellen TV- und Radio-Empfang (etwa DVB-T). Das ganze natürlich nur mit einer einzigen Strippe für den Stromanschluss und dem iPhone als Fernbedienung.

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Kommentare

  • mein Favorit ist der E-Book-Reader in iPhone-Form, dann können die Tageszeitungen einpacken

    Posted by gsohn, 22/10/2009 6:32pm (vor 11 Monat)

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