Wirtschaft/Unternehmen/Mobilfunk/Internet

Vorschau auf den Beitrag "Es wird Zeit für LTE: Mobilfunk der vierten Generation und die Schwierigkeiten der Deutschen mit Revolutionen" - Eure Expertenmeinung interessiert mich!

Von Gunnar Sohn veröffentlicht am 29/10/2009 - 2 Kommentar(e)

Bonn - In Anlehnung an Wladimir Iljitsch Lenin besagt ein altes Bonmot aus obrigkeitsstaatlichen Tagen, die Deutschen lösten, bevor sie die Revolution proben, erst einmal eine Bahnsteigkarte. Als CDU-Generalsekretär machte Heiner Geißler darauf aufmerksam, dass es bei Revolutionen gar nicht mehr darauf ankomme, Bahnhöfe oder Telegrafenämter zu besetzen. Viel wichtiger sei es, Begriffe und Gedanken zu bestimmen. „Denn nicht die Taten sind es, die die Menschen bewegen, sondern die Worte über die Taten", so Geißler. Ob die inflationären Politiker-Worthülsen wie „Da müssen wir gemeinsam eine Lösung finden" oder „Dazu gibt es keine Alternative" in den Köpfen der Bundesbürger noch irgendetwas bewirken, sei dahingestellt. Eine revolutionäre Welle erwarten Experten vom Mobilfunk der vierten Generation (4G) unter dem Namen Long Term Evolution (LTE). Sie macht Handynetze zehnmal schneller und schafft die Voraussetzungen für ein wirklich leistungsfähiges mobiles Internet. Die Datenübertragung verläuft dann so schnell und unkompliziert wie im Festnetz. Ob allerdings in Deutschland Diensteanbieter, Hersteller und TK-Firmen beim LTE-Geschäft ein Wörtchen mitzureden haben, steht noch in den Sternen.

So äußerte der Internetexperte Björn Behrendt, Geschäftsführer der Service-Community.net, gegenüber NeueNachricht: „Wir brauchen gar nicht lange um den heißen Brei herum reden: Die deutsche Bevölkerung und der deutsche TK-Markt sind einfach Jahre hinterher was die mobile Mediennutzung angeht, vor allem wegen der nicht ausreichenden Infrastruktur, zu geringer Netzabdeckung und mangelnder Durchsatzraten. Kulturelle Unterschiede hin oder her, wer nur einen leisen Vorgeschmack haben möchte, wie auch wir in ein paar Jahren unterwegs per Handy unsere liebsten TV-Sendungen streamen werden, der möge mal nach Japan oder Südkorea schauen, wo 4G schon flächendeckend verfügbar ist. Es wird Zeit für LTE".

Sind wir wieder zu blöd, die Ergebnisse der exzellenten Grundlagenforschung in Deutschland zu kommerzialisieren? Hat überhaupt noch ein Apple-Konkurrent eine Chance, mobile Datendienste erfolgreich zu etablieren, um die schnelle LTE-Datenautobahn auszuschöpfen? Gewinnt am Ende wieder Steve Jobs? Wie wird sich die mobile Web-Kommunikation auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirken für die Gestern-Manager (Beispiel Quelle beweist ja, wo das hinführt)?

Fragen, die ich in diesem Beitrag aufgreife. Eure Meinung interessiert mich. Der komplette Artikel erscheint morgen um 11 Uhr. Bis 10 Uhr müsste ich Eure Statements bekommen (mit Vor- und Zunamen sowie der genauen Funktion, ein Link auf Eure Website oder Euren Blog wäre auch nicht schlecht). Meine Mail-Adresse: gunnareriksohn@googlemail.com. Handy: 0177 620 44 74.

 

Geben Sie einen Kommentar ab

Kommentare

  • Weder in Japan noch in Südkorea sind 4g flächendeckend verfügbar (Siehe entsprechende 3gpp Spezifikationen). Kommerzielle 4G Netze sind zurzeit nirgends verfügbar. Das der mobilen Datennutzung in den angesprochennen Ländern eine andere Bedeutung zukommt seht außer Frage. Kulturelle Unterschiede, die Dienste Ebene und Technologische Begriffe werden im Statement des "Internetexperten" völlig durcheinander gebracht. Eine differenziertere Betrachtung des Themas wäre zielführend.

    Erstellt von Eike, 30/10/2009 12:17pm (vor 3 Jahre)

  • Es gibt eine interessante psychologische Studie über menschliche Werte, die die Menschen in konservativ und progressiv einteilte. Rund 80% der Bevölkerung sind konservativ. Konservative kaufen sich ein neues Gerät, wenn sie erkennen, dass ihr soziales Umfeld dieses bereits besitzt. Sie sagen sich: „Wenn ich dieses Gerät jetzt nicht kaufe, falle ich negativ auf.“ Progressive hingegen kaufen sich ein neues Gerät, wenn sie von den Vorteilen des Geräts überzeugt sind. Einigen von ihnen bereitet es sogar einen besonderen Kick, wenn die anderen dies Gerät eben noch nicht besitzen. Wer ein innovatives Produkt auf den Markt bringt, sollte deshalb sein Marketing in der Anfangsphase ganz gezielt auf progressive Kunden ausrichten.


    Erstellt von Stephan Meyer, 30/10/2009 9:10am (vor 3 Jahre)

RSS Feed für die Kommentare auf dieser Seite | RSS feed für alle Kommentare