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Tauziehen um die Marke Futurezone - Vertreter der Medien- und Telekombranche melden bei ORF Interesse an

Von Claudia Zettel veröffentlicht am 25/06/2010 - Keine Kommentare

FuturezoneWien, pte - Nach dem definitiven Aus des ORF-Portals Futurezone (pressetext berichtete) ist das Tauziehen um die Marke Futurezone bereits in vollem Gange. Aus ORF-Kreisen ist zu vernehmen, dass es Übernahmeinteressenten aus der Medien- und Telekombranche gibt, die das Portal in ihren Besitz bringen und weiterführen wollen. Unter anderem werden Orange und der Standard genannt. Während Orange auf Nachfrage von pressetext ein Übernahmeinteresse dementiert, bestätigt der Standard Überlegungen in diese Richtung.

Auch ORF-ON-Chef Karl Pachner bestätigt gegenüber pressetext, dass es Interessenten geben soll, will jedoch offiziell keine Namen nennen. Die Rechte an der Marke "Futurezone" liegen laut Pachner beim ORF. Ob es zu ernsthaften Gesprächen über einen möglichen Verkauf des Portals kommen wird, will der Onlinechef nicht kommentieren. "Diese Entscheidung liegt allein beim ORF-Generalintendanten", so Pachner, der zuletzt angekündigt hatte, dass Redaktion und Inhalte der FuZo auch in Zukunft erhalten bleiben sollen. Zwar wird es ab 1. Oktober keinen eigenen Kanal mehr geben, die Artikel will man aber weiterhin auf den Onlineseiten unterbringen.

In welcher Form dies erfolgen soll, bleibt unklar, da das ORF-Gesetz "vertiefende" Online-Berichterstattung bzw. Berichterstattung, die nicht sendungsbegleitend erfolgt, untersagt. Gleichzeitig kämpft die Facebook-Initiative "Retten wir die Futurezone!" um eine Übergabe der Futurezone in Community-Hände. Seitens der Community-Vertreter werden große Zweifel daran angemeldet, dass der ORF die FuZo-Berichterstattung im bisherigen Ausmaß beibehalten wird.

Abfuhr für Facebook-Initiative

"Da die Inhalte weiterhin auf den ORF-Seiten integriert werden sollen, kommen andere Optionen nicht infrage", sagt ORF-Sprecher Rainer Scheuer auf Nachfrage von pressetext. Eine Übergabe an die Community, die von der Facebook-Initiative "Retten wir die Futurezone!" gefordert wird, schließt Scheuer aus.

Trotz geringer Erfolgschancen will sich die Facebook-Initiative weiterhin dafür stark machen, die Plattform "möglichst in der Form zu erhalten, in der sie derzeit besteht", so Michael Eisenriegler, einer der Initiatoren des Community-Projekts, gegenüber pressetext. Derzeit warte man auf Antwort von ORF-Generalintendant Alexander Wrabetz. Infolge sollen konkrete Pläne ausgearbeitet werden, wie die FuZo als Genossenschaftsprojekt weitergeführt werden kann.

Gleiches Ziel, unterschiedliche Interessen

Indes gehen auch die Interessen der FuZo-Redaktion und der FuZo-Retter auseinander. Die Community bleibt auch nach Pachners Ankündigung bei ihrer Forderung nach einer Übernahme der Futurezone. Für die Redaktionsmitarbeiter geht es nicht zuletzt um den Erhalt des Arbeitsplatzes. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie viele Leser ein "Umzug" kosten würde - denn bisher hat die FuZo von den Zugriffszahlen des Gesamt-ORF-Onlineangebots profitiert.

"Wir sehen keinen Gegensatz zwischen unseren Forderungen und jenen der Redaktion. Auch auf einer 'neuen Futurezone' wären alle, die bisher daran mitgearbeitet haben, weiterhin dazu eingeladen, ihre Beiträge zu veröffentlichen", sagt Eisenriegler. Wichtig ist es der Initiative nach eigenen Aussagen "so viel wie möglich von der ursprünglichen Futurezone" zu erhalten. Dabei gehe es um mehrere Dinge - unter anderem den Erhalt einer Institution, einer Marke.

Medienecho erzeugt Druck

Das immense Medienecho auf das Ende der FuZo, das weit über die österreichischen Landesgrenzen hinausreichte, hat jedenfalls Druck auf die Führungsetage ausgeübt und möglicherweise verhindert, dass die Inhalte komplett aus dem ORF-Angebot verschwinden. Sichergestellt scheint der Erhalt des FuZo-Archivs. Verschiedene akademische Institutionen haben Interesse daran angemeldet und signalisieren, dass die umfassende Artikelsammlung auch in Zukunft öffentlich zugänglich bleiben soll. Selbst wenn am Ende keine Lösung zustande kommen sollte, ist die Verfügbarkeit des Archivs garantiert. Denn auf dem Tumblelog Soup.io haben bereits mehrere User das FuZo-Archiv "sichergestellt", wie pressetext-Recherchen ergeben haben.

 

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