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Soziale Verantwortung: Firmen pfeifen auf Potenzial - Authentische Miteinbeziehung von Konsumenten wichtig

Von Florian Fügemann veröffentlicht am 30/06/2010 - Keine Kommentare

Bonn/Pfäffikon, pte - Unternehmen schöpfen die Möglichkeiten von Marketing rund um das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) nicht genügend aus. Da sich viele Werbekampagnen vorrangig an Medien, die Politik oder die eigenen Mitarbeiter richten, bleiben die Konsumenten häufig auf der Strecke und werden nicht ausreichend mit einbezogen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Erhebung der Beratungsgesellschaft Simon-Kucher & Partners.

PR alleine reicht nicht

"Wie so oft ist die Marke und das Image eines Unternehmens ein geistiges Gut, das aus einer bestimmten soziokulturellen Wertehaltung entstanden ist. Die Einbeziehung der Verbraucher ist bei CSR-Initiativen zwar wichtig, kann aber auch nach hinten losgehen", so Thomas Otte, Inhaber des gleichnamigen Beratungsunternehmens, gegenüber pressetext. Dem Insider nach müssen Kampagnen aus dem "Motivkreis der Marke" kommen. "Die Konsumenten merken sofort, wenn CSR nur wegen des PR-Zwecks betrieben wird."

Die Untersuchungen von Simon-Kucher & Partners haben ergeben, dass die Industriezweige Telekommunikation, Banken und Versicherungen sowie Tourismus und Konsumelektronik in Sachen CSR erheblichen Nachholbedarf besitzen. Den Experten zufolge bleibt häufig sogar unklar, ob Privatkunden überhaupt etwas von den CSR-Aktivitäten der Unternehmen wissen. So muss der nachhaltige Einsatz direkt beim Kauf kommuniziert werden. Aus diesem Grund hat eine umfassende Marketingstrategie unbedingt mit CSR-Aktivitäten verflochten zu sein.

Kunden geben gerne mehr aus

"Ethik schafft und konstruiert sich an bestimmten Produkten. Deshalb ist es für Unternehmen bei der Ausgestaltung ihrer CSR-Bemühungen von zentraler Bedeutung, dass sie im Rahmen ihrer normalen Dienstleistungsfunktion bleiben", unterstreicht Otte auf pressetext-Nachfrage. Erst dann weisen Verbraucher eine höhere Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Produkte auf. Dem "Trendreport Grün" von SevenOne Media nach sind rund zwei Drittel der Kunden dazu bereit, für nachhaltige Produkte einen Preisaufschlag zu zahlen.

Da das Publikum laut Otte "hochgradig motivsensibel" ist, müssen Unternehmen vor allem authentisch agieren, um glaubwürdig zu sein. Wird eine aktuelle CSR-Initiative nur als eine reine Marketingaktion gesehen, ist sie zum Scheitern verurteilt. "Kampagnen dürfen nicht so wirken, dass Unternehmen nur wegen eines aktuellen Anlasses heraus auf einen bestimmten Zug aufspringen", sagt Otte. Umso wichtiger ist, CSR mittel- und langfristig zu leben. Denn nur so steigen Markenwert und Umsatz. Offensichtliches "Greenwashing" hingegen wirkt sich fatal aus.

 

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