Medien/Kommunikation/Unternehmen/Finanzen
Von Claudia Zettel veröffentlicht am 12/04/2010 - Keine Kommentare
Washington, pte - Unter Journalisten klassischer Medien herrscht großer Pessimismus. Das zeigt eine aktuelle Befragung von Print- und Broadcast-TV-Redakteuren in den USA, wie die New York Times berichtet. Die meisten Journalisten aus diesen beiden Medienbereichen denken, dass sich ihre Profession weiteren Rückgängen stellen muss. Die Hälfte der Journalisten glaubt, dass ihre Arbeitgeber über kurz oder lang scheitern werden, wenn sie nicht neue Einnahmequellen finden.
Laut der Befragung des Project for Excellence in Journalism des Pew Research Center gaben 18 Prozent der Printredakteure an, dass ihre Medienhäuser derzeit aktiv daran arbeiten, Leser online zur Kasse zu bitten. 58 Prozent sagten derlei Überlegungen seien zumindest in Diskussion. Zudem gehen 23 Prozent der Printjournalisten davon aus, dass Online-Bezahlmodelle künftig die Haupteinnahmequelle sein werden und Werbung überholen.
Düstere Zukunftssaussichten
Nicht nur die US-Journalisten aus den klassischen Bereichen Print und TV geben düstere Zukunftsprognosen über ihre Branche ab - 48 Prozent der Redakteure glauben, dass ohne signifikante neue Einnahmequellen ihre Organisationen nicht einmal mehr zehn Jahre solvent bleiben werden. Auch Medienexperten aus der deutschsprachigen Branche sehen Print und TV zunehmend im Abseits und kritisieren zahlreiche Versäumnisse der vergangenen Jahre (pressetext berichtete).
Abgesehen von dem verbreiteten Pessimismus lehnen drei Viertel der befragten Journalisten direkte Unterstützung von Regierungsseite oder Interessensgruppen ab. Ähnlich viele gaben an, dass ihre Unternehmen auch nicht in Erwägung ziehen würden, Spenden von Non-Profit-Organisationen anzunehmen.
TV fürchtet um Qualität
Die befragten Journalisten aus dem Broadcast-Bereich zeigten sich ein klein wenig optimistischer als die Kollegen aus dem Print, was die finanziellen Entwicklungen betrifft. Allerdings fürchtet die TV-Branche offenbar besonders stark um einen künftigen Qualitätsverlust.
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