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Medica: Konzepte für Mobilität und Apps im Gesundheitswesen

Von Walter Warnecke veröffentlicht am 19/10/2011 - Keine Kommentare

Düsseldorf - Zu den Schwerpunktthemen im Gesundheitswesen zählt die Mobilität. Entsprechende Veranstaltungen und Angebote werden auf der Düsseldorfer Fachmesse Medica vom 16. bis 19. November präsentiert. „Dazu zählt beispielsweise, dass Ärzte und Krankenschwestern Patientendaten mit einem mobilen Device direkt am Krankenbett aufrufen und eintragen können. Aber auch das Thema W-LAN für Patienten wird immer wichtiger“, so Christian Fron, Geschäftsführer der DeTeWe Communications (Halle 14/Stand B48).

Der Netzwerkspezialist Nash Technologies (Halle 3/Stand E92) präsentiert in Düsseldorf eine Smartphone-Applikation (App), die Vitalfunktionen von Patienten misst und an ein emuliertes Gesundheits-Portal sendet. Von dort können dann in Zukunft medizinische Dienstleistungen in Echtzeit orchestriert werden. Der Unterschied zu einer gewöhnlichen App: Die Versendung der lebenswichtigen Daten muss extrem zuverlässig sein – Stichwort „Carrier grade“. Für Ärzte bedeutet die neue Technologie: Sie müssen nicht vor Ort sein, um ihre Patienten 24 Stunden am Tag sicher im Blick zu haben. Umgekehrt können gesundheitlich angeschlagene Menschen viel länger zu Hause leben. 

Der „mHealth-Demonstrator“ von Nash Technologies besteht aus mehreren Komponenten: Speziell entwickelte Sensoren, die vom Partner-Unternehmen Corsience entwickelt beziehungsweise um eine Funkschnittstelle erweitert wurden, messen unter anderem Vitalfunktionen wie EKG und Blutdruck. Per Bluetooth gelangen die Daten an eine Konzentrator-App auf dem Smartphone. Vom Smartphone werden die Gesundheitsdaten via Mobilfunkzelle in Echtzeit an den hauseigenen Nash Protokoll Tester (NPT) geschickt. Der NPT ist von Natur aus eine flexible Test Suite, die für den Demonstrator leicht zu einem Emulator für ein zukünftiges Gesundheitsportal umgerüstet werden konnte. WLAN, UMTS und EDGE sind die unterstützten Funktechnologien. Das Projekt ist Teil des Medical Valley und wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Um die neue Applikation gegen Ausfälle abzusichern, hat Nash Technologies die Datenübertragung „auf Herz und Nieren“ überprüft. Für den Demonstrator ahmt das Testgerät sogar das noch zu entwickelnde medizinische Netzwerk nach. Die Nürnberger sind auf solche Test-Szenarien spezialisiert: Sie betreiben unter anderem eine der weltweit größten Mobilfunk-Testanlagen der Welt. „Solch ein mobiler Service muss genau so robust sein wie wir es von der Festnetz-Telefonie gewöhnt sind. Dort bricht die Leitung schließlich auch nicht einfach zusammen, wie wir es beim mobilen Surfen im Internet leider immer noch erleben“, sagt Bernd Stahl von Nash Technologies.

Für die Datenübertragung hat Nash Technologies außerdem Internet-Protokolle mit Mobilfunkprotokollen „verheiratet“, also kombiniert und optimiert. Smartphones entstammen der Internet-Welt, kommunizieren aber in der Mobilfunk-Welt. Bei der Datenübertragung via Smartphone kollidieren diese beiden komplexen Welten. Daher ist eine Optimierung des Gesamtsystems erforderlich. „Auch wenn man ein Mobilfunkgerät nur herumträgt, tut es viel mehr als man denkt. Bei diesen unsichtbaren Aktivitäten ist ein optimales Zusammenspiel aller Systeme für den Verbrauch von Energie und Mobilfunkbandbreite unbedingt erforderlich. Außerdem sollte die App nur dann Datenpakete übertragen, wenn dies notwendig ist“, erklärt Stahl den ressourcensparenden Entwicklungsansatz von Nash Technologies. Nicht zuletzt müssen medizinische Anwendungen netzwerkweit robust sein und auf schwankende Verbindungsqualität reagieren können.

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