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Reisen/Tourismus/Internet
Von Gunnar Sohn veröffentlicht am 22/09/2009 - Keine Kommentare
Halle an der Saale/Bonn - „Früher war fliegen etwas besonderes, heute sind Sie es!" Der Slogan der TUIfly ist symptomatisch für den europäischen Luxusmarkt. Denn durch die Demokratisierung von Luxus können sich immer mehr Bevölkerungsschichten „Luxusprodukte" leisten. Wie das in Zukunft sein wird, skizziert Sven Gábor Jánszky, Leiter des forward2business-ThinkTanks: „2020 werden darunter weniger teure Konsumprodukte, sondern die Optimierung des menschlichen Körpers verstanden. Körper und Geist sind immer weniger biologische Gegebenheiten. Stattdessen wird der Wunschkörper zur Luxusware für Reiche. Luxus 2020 ist individualisierte Medizin. Luxus 2020 ist Anonymität. Und Luxus ist womit man den Körper umgibt".
„Die Definition von Luxus ändert sich tagtäglich. Dinge und Services, von denen wir gestern nicht zu träumen wagten, sind heute selbstverständlich und - scheinbar - nicht mehr wegzudenken. Jeder Nutzer eines iPhones 3Gs hat diese Erfahrung kürzlich wieder machen dürfen. Dabei kann es auch ein Luxus sein, auf alle diese Dinge zu verzichten", erläutert Marc Ritter, bei der Schörghuber Gruppe für Beziehungsmanagement verantwortlich. Die ständige Erreichbarkeit und Verfügbarkeit aller Informationen könne auch die Hölle sein. Für jeden Menschen sei Luxus etwas anderes, abhängig von seiner momentanen Situation. „Die Gleichung ‚5 Sterne plus ist gleich Luxus' ist von vorgestern. Heute geben Menschen auch 1.000 Euro pro Nacht aus, um im Zelt in der Savanne zu schlafen. Der Luxusmarkt der Zukunft ist also vor allem eines: höchst individuell", so Ritter.

Es werde bald Anbieter geben, die eine kleine Biosphäre dort hin zaubern, wo noch nie ein Mensch übernachtet hat, ohne dass man dafür große Strapazen auf sich nehmen müsste. „Sie werden 2.000 Meter unter der Wasseroberfläche wohnen, im Weltraum, auf dem Kilimandscharo. Dass es noch keine Tagestouren auf den Mount Everest gibt, hat nur etwas mit der Physis des Menschen und der Physik eines Hubschraubers zu tun. Alles wird möglich. Zum richtigen Preis, versteht sich", glaubt der Beziehungsmanager.
Im Internet werden die guten Hoteliers alle erdenklichen Services anbieten, um dem Interessenten bereits in dessen Wohnzimmer einen Eindruck zu verschaffen, was ihn am Zielort erwartet. Hier seien die technischen Möglichkeiten von Bild, Ton und Text noch lange nicht ausgeschöpft und neue kommen täglich hinzu. „Aber es wird darüber hinaus auch einen wichtigen Faktor als Verkaufsargument geben, den Hoteliers heute noch zu wenig entdeckt haben: Den der Nachhaltigkeit. Die Menschen werden immer stärker wissen wollen, welchen Fußabdruck sie in einem Urlaubsland hinterlassen. Das ist ökologisch wie auch ökonomisch und sozial gemeint", prognostiziert. Das Hotel der Zukunft werde es allerdings genauso wenig wie den Luxus der Zukunft. Für den einen Gast sei heute bereits W-LAN nicht nur im Zimmer und in der Lobby, sondern auch am Strand wichtig. Ein anderer wolle lieber Geschichten mit nach Hause bringen, die er erlebt oder zumindest erfahren hat. Anhand welcher Technologie das geschieht, über persönlichen Besuch eines Basars oder über eine 3-D-Vorführung davon, sei zweitrangig.
Jeden Tag Luxus zu erleben, sei kein erstrebenswertes Ziel, so Marc-Christopher Schmidt, Geschäftsführer des Bonner Reiseportals Triptivity: „Eines ist bei Internetbuchungen feststellbar: der Trend zur Individualisierung bei der Urlaubsplanung nimmt zu, entsprechend wachsen die Anforderungen für Reiseportale, damit man Reisen auch individuell gestalten kann", resümiert Schmidt.
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