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Ich sag mal-Blog zu: SAP und die Software-Welt von morgen: Business By Design

Von Gunnar Sohn veröffentlicht am 17/01/2011 - Keine Kommentare

 

Bonn/Walldorf - Den Chefstrategen von SAP ist klar geworden, dass sich Nutzer, die mit modernen Web 2.0-Diensten groß geworden sind, schlichtweg weigern werden, mit den SAP-Programmen alten Stils zu arbeiten. Nicht umsonst hat der SAP-Mitgründer Hasso Plattner in Potsdam und Stanford Institut für „Design Thinking" gegründet. So ist Plattner wahrscheinlich bewusst, wie sehr das Image seines Unternehmens darunter gelitten hat, dass Entwickler vor allem auf Funktionen und kaum auf den Nutzer der Programme geachtet haben. Die Anwenderfreundlichkeit wird daher auf der Agenda des IT-Giganten bleiben. Software-Spezialisten werden zu den Kunden gejagt, um deren Feedback für bessere Produkte zu nutzen. „Wenn wir nicht schnell genug lernen und unser Denken erneuern, um Design-Denken auf Software anzuwenden", so Plattner, „dann sind wir möglicherweise nicht mehr so erfolgreich wie in der Vergangenheit."

Bisher hätten SAPler vor allem analytisch gedacht, also eng am technischen Problem entlang und auf eine schnelle Lösung fixiert. Künftig müssten sie wie Designer denken, aus der Sicht des Nutzers, multidisziplinär, in Alternativen, anhand von Prototypen und mit Intuition. In Zukunft sollen auch Online-Communitys eine wichtige Quelle von Innovationen werden. So existiert in Palo Alto ein „Co-Innovation-Lab", wo sich SAP-Entwickler mit Mitarbeitern von Kunden und anderen IT-Firmen treffen, um gemeinsam bessere Lösungen und neue Ideen auszubrüten.

Ein wichtiger Baustein ist das Produkt Business By Design - es ist mit einiger Verzögerung Anfang des Jahres auf den Markt gekommen. Es soll sich als Business-Suite der Zukunft durchsetzen als moderne Allzweckwaffe für die Software-Welt von morgen. Man will einen Fuß in der Computerwolke und einen auf der Erde haben. Beim Kunden muss Business By Design überschaubar und einfach zu handhaben sein. Die unsichtbare und komplexe Arbeit läuft im SAP-Rechenzentrum. Bin gespannt, wie sich dieses Projekt durchsetzen wird.

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Sag es einfach: Abkehr von der technischen Litanei der IT-Branche - Erotikfaktor von Betriebssystemen eher bescheiden. Steve Wozniak ist ein begnadeter Mathematiker und zählt zu den legendärsten Computeringenieuren aller Zeiten. So stilisiert sich zumindest der frühere Weggefährte von Steve Jobs und Erfinder des Apple I in seiner eigenen Biografie. Was Wozniak nicht ist, ein Marketinggenie. Das wollte er nie sein und äußert sich dementsprechend enttäuscht, dass sein alter Kumpel Jobs nicht den Ingenieur in den Mittelpunkt des Unternehmens stellte. Von Anfang an war Apple als Marketing-Unternehmen konzipiert: „Das Produkt wird sich mit anderen Worten danach richten, welche Wünsche und Anforderungen die Marketing-Abteilung bei den Kunden finden wird. Das ist das genaue Gegenteil von einem Ort, wo Ingenieure einfach das konstruieren, was ihnen Spaß macht, und das Marketing anschließend Wege findet, um das Produkt zu vermarkten", so Wozniak. Genau das sei der Grund, warum „Woz" nur noch über alte Zeiten sinniert und Steve Jobs zu den erfolgreichsten IT-Unternehmern der Welt zählt, meint Peter B. Zaboji, Chairman des Frankfurter After Sales-Spezialisten Bitronic, nach einem Bericht der Zeitschrift absatzwirtschaft: „Obsessionen für technische Perfektion sind ja schön und gut. Am Ende des Tages ist der Markterfolg entscheidend und nicht die Selbstverliebtheit von Ingenieuren. In vielen IT-Unternehmen sind Marketing, Management und Führung immer noch viel zu herstellerorientiert", kritisiert Zaboji zum Start der Computermesse Cebit. Der Erfolg der Apps für Smartphones zeige sehr deutlich, dass man in der IT-Branche neue Geschäftsmodelle nur über den Nutzen etablieren kann und nicht über das Formulieren und Transportieren von technischen Features, sagt Oliver Kaltner, Country Manager Entertainment & Devices bei Microsoft Deutschland und ehemaliger Geschäftsführer der Sony Deutschland GmbH.

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