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Horror per Handy: Werbeagentur Jung von Matt konzipiert sprachgesteuerten Kinofilm

Von NeueNachricht veröffentlicht am 10/11/2009 - 1 Kommentar(e)

 

Jung von Matt will guten Horror bieten
Jung von Matt will guten Horror bieten

 

NeueNachricht: Sprachcomputer werden in erster Linie als Tool im Kundenservice wahrgenommen. Dramaturgisch könnten Sprachdialogsysteme auch in der Werbung gut eingesetzt werden. Warum wird das bislang so wenig gemacht?

Andreas Henke, Creative Director von Jung von Matt: Die größte Herausforderung besteht darin, dem User im Dialog mit dem Sprachcomputer nicht das Gefühl zu geben, dass er gerade mit einer Maschine spricht. Daraus resultiert ein immenser Aufwand. Sowohl an die kreative Umsetzung: wie flexibel reagiert die Maschine auf den User. Und je flexibler die Maschine in Ihren Reaktionsmöglichkeiten ist, umso größer ist natürlich auch der Produktionsaufwand, wie wir auch bei unserem Film gesehen haben.

NeueNachricht: Mit einem interaktiven Horrorfilm wollen Sie neue Wege gehen. Um was geht es da genau?

Henke: Wir wollten zwei Grenzen aufheben: die eine zwischen Film und Game, die andere zwischen Handlung und Zuschauer. Wir wollten weg von der strikten Trennung: dort Leinwand und Handlung. Hier der passive Zuschauer hinter seinem riesigen Popcorn-Becher. Vielleicht sollte man den Erfolg unseres Films an der Zahl ungewollt umgestoßener Popcorn-Becher messen.

NeueNachricht: Was ist das Ziel dieses Werbeinstrumentes und mit welcher Resonanz rechnen Sie?

Henke: Wir möchten mit dem Film unserem Kunden 13th Street und natürlich den Zuschauern ein innovatives Markenerlebnis bieten. Kurz gesagt: guten modernen Horror. Gerade das Horrorgenre hat in der Vergangenheit sehr innovative Projekte geliefert. Wie vor einigen Jahren "Blair Witch Projekt" oder PARANORMAL ACTIVITY in diesem Herbst in den USA. Zur Resonanz kann ich noch nichts sagen, da es nichts Vergleichbares gibt.

NeueNachricht: Bei Computerspielen gibt es schon einige Entwicklungen, um über Rollenspiele aktiv am Geschehen teilzunehmen. Sehen Sie Ihr Projekt als Baustein, damit das Kino stärker den Nerv der Gaming-Szene trifft?

Henke: Wer heute einen Videoverleih betritt, sieht zuerst die Games, während die Filme weiter hinten stehen. Darauf muss das Kino mit neuen Formen der Inszenierung reagieren.

NeueNachricht: Die Kinobranche ist auf der Suche nach neuen Zugpferden, um wieder mehr Menschen in die Kinos zu locken. Das soll beispielsweise mit neuer 3D-Technik gelingen. Sehen Sie interaktive Kinofilme als weiteren Baustein, den Lichtspielhäusern mehr Schwung zu geben?

Henke: Absolut, die entscheidende Frage aber ist: wer darf über den Fortgang der Handlung bestimmen. Kino ist immer, außer bei deutschen Autorenfilmen, ein Massenerlebnis. Wir wollten aber bewusst keinen Film machen, der eine brüllende Masse erzeugt und die Voice-Steuerung wieder zu einem reinen Tool macht. Bei uns hat das Handy die zweite Hauptrolle und ist zwingender Teil der Handlung.

NeueNachricht: Vor einigen Jahren gab es Projekte, um über eine ausgefeilte Audio-Präsenz einen Wiedererkennungseffekt hervorzurufen. Über Sprache könne man eine Werbebotschaft wesentlich emotionaler übermitteln. Und das über alle Kontaktkanäle zum Kunden - von der Telefon-Warteschleife über die Mailbox der Mitarbeiter bis hin zum Fernseh-Werbespot. So richtig hat sich diese Erkenntnis in der Werbewirtschaft nicht durchgesetzt. Woran liegt das nach Ihrer Meinung?

Henke: Ein Audio kann noch so genial sein, wenn ich es 12 Minuten in der Warteschleife höre, beginne ich, es zu hassen. So ging es mir vor Jahren bei einem großen Mobilfunkanbieter. Ich habe dann aufgelegt und sofort den Vertrag gekündigt.

Henke wird den interaktiven Horrorfilm beim morgigen Nuance-Fachkongress Conversations DACH in München vorstellen. 

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Kommentare

  • Es wird ja auch Zeit, dass die Kinobranche mal neue Dinge ausprobiert, sonst gehen dort die Lichter aus.

    Posted by ML, 10/11/2009 2:08pm (vor 10 Monat)

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