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Google Genius für das mobile Internet: Spracherkennung als Masterplan

Von Gunnar Sohn veröffentlicht am 07/01/2010 - 2 Kommentar(e)

 

Mountain View/Düsseldorf - Das Google-Handy Nexus One hat viele Experten enttäuscht. Einzig die Spracherkennungsfunktion könne überzeugen. Ansonsten sei der Wow-Effekt, den man vom Suchmaschinen-Konzern gewöhnt ist, ausgeblieben. Der FAZ-Netzökonom Holger Schmidt hat allerdings einen wichtigen Aspekt in die Diskussion gebracht. Viel wichtiger als der kurzfristige Verkaufserfolg sei für Google die langfristige Strategie dahinter.

„Das mobile Internet wird in einigen Jahren größer als das stationäre Web sein, weil es zusätzlich den lokalen Bezug hat. Google treibt diesen Markt wie kein anderes großes Internetunternehmen voran. Die Entwicklung des frei verfügbaren Handy-Betriebssystems Android war der erste Schritt, der jetzige Einstieg in den Verkauf der Geräte sicher nicht der letzte. Schon bald wird es viele (günstige) Google-Geräte mit vielen (kostenlosen) Google-Programmen geben, in denen das Unternehmen seine Werbung plazieren kann", schreibt Schmidt. Das Ziel sei der Aufbau eines mobilen Werbenetzes, das ähnliche Dimensionen wie im stationären Web hat. „Konkurrent Apple will in dieselbe Richtung; andere Gerätehersteller scheinen in diesem Wettbewerb der Technikgiganten schon heute nicht mehr mithalten zu können. Wenn Google aber erst anfängt, Geräte mit Werbeeinnahmen zu subventionieren, wird es für die Konkurrenz erst richtig düster", resümiert Schmidt. Einen weiteren Punkt kann man anfügen.

Das die Spracherkennung bei der Nexus One-Präsentation den Genius von Google aufblitzen ließ, ist kein Zufall. Das System ermöglicht das Diktieren von E-Mails, Navigationsbefehlen und anderen anderen Eingaben ermöglicht. Nach Auffassung von Holger Schmidt könnte damit das mühsame Tippen auf den Smartphones weitgehend überflüssig gemacht werden. Das ist der Plan von Google, die dafür die besten Sprachtechnologie-Entwickler vorweisen kann: „Mit dem Handy kommen Menschen ins Internet, die den Weg über den PC nie genutzt haben oder nutzen werden. Aufgrund des Formfaktors, den Screengrößen, Bedienungslimitierungen und verfügbaren Bandbreiten muss die Suche, also der primäre Zugang zu allen Inhalten und Diensten, auf dem Handy erschwerten Anforderungen gerecht werden. Sie muss sich zur Antwortmaschine weiter entwickeln, die aus der Verknüpfung von Web 2.0 und dem Semantischen Web richtige ‚Antworten' produziert, statt lange Linklisten auszuspucken. Zudem muss die mobile Suche einfach zu bedienen sein", weiß Voice Days plus-Sprecher Bernhard Steimel. Hier habe Google die Nase vorn. Es sei eine geniale Strategie, mit GOOG411 im weltgrößten ‚Freiland-Versuch' das eigene Sprachmodell zu validieren und mit einer exzellenten Qualität aufzuwarten.

2010 soll das Jahr der so genannten Tablet-Computer werden, die ohne Tastatur auskommen. Im Wissenschaftsmagazin Nature prognostizierte der Google-Forschungsdirektor Peter Norvig für das Jahr 2020, dass die Mehrheit der Suchanfragen nicht mehr getippt, sondern per Sprachsteuerung laufen werden. 

Norvig im O-Ton: The majority of search queries will be spoken, not typed, and an experimental minority will be through direct monitoring of brain signals. Users will decide how much of their lives they want to share with search engines, and in what ways.

The results we get back will be a synthesis, not just a list. For example, today if I ask 'compare approaches to nuclear fusion', the major search engines agree that a general encyclopaedia article on fusion power comes first, followed by other similar articles. A decade from now, the result will summarize the major approaches, contrast their differences, automatically translate any foreign documents into my language, and then rank the results by efficacy or place them in a table or chart as appropriate. If I then ask for 'background mathematics for fusion theory', I will get an outline for an impromptu course concentrating on the necessary complex analysis, customized to specific applications in fusion and to my level of mathematical understanding. If I stumble, the course will be readjusted to fit my needs, or perhaps the search engine will connect me to a tutor or another student in a similar plight. Interaction with search engines will be an ongoing conversation; one that is integrated with the other ongoing tasks of our lives.

 

Siehe auch:

Sprachsteuerung als Dialogmanager für mobile Geräte.

Googles Griff nach dem mobilen Internet.

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Kommentare

  • he blog article very surprised to me! Your writing is good. In this I learned a lot! Thank you!

    Posted by Wholesale baseball hats, 11/08/2010 3:35am (vor 23 Tage)

  • Nur auf das Endgerät zu schauen, wäre zu wenig. Ich gehe auch von einer Meta-Strategie für das mobile Web aus.

    Posted by Matti, 07/01/2010 2:48pm (vor 8 Monat)

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