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Von Gunnar Sohn veröffentlicht am 18/12/2009 - Keine Kommentare
Walldorf - Für den SAP-Chef Léo Apotheker ist seine Firma ein musterhaftes Beispiel, wie man etwas Neues schafft und die Vergangenheit abstößt: „Ich will nicht, dass wir an starren, im 19. Jahrhundert entstandenen Gebilden festhalten", so ein Zitat von Apotheker in dem Buch „Matrix der Welt - SAP und der neue globale Kapitalismus" von Ludiwig Siegele und Joachim Zepelin (erschienen im Campus Verlag). Man stehe am Anfang der Softwarerevolution. „Software wird unser Leben immer mehr durchdringen, und SAP wird dabei eine große Rollen spielen", proklamiert Apotheker.
Um das zu erreichen, soll Software zunächst einmal zeitlos werden. Programme sollen nicht mehr nur ein großes festgeschnürtes Paket sein, das auf den Computern eines Unternehmens sitzt und seine Dienste über eine komplizierte Benutzeroberfläche anbietet. SAP-Software solle immer erreichbar sein, egal wann, von wem und ob mit einem Computer, einem Laptop oder vom Handy aus. Auch wo die Programme laufen, auf den Rechnern eines Unternehmens, bei externen Service-Anbietern oder in der viel zitierten Computerwolke, spiele in Zukunft keine Rolle mehr. Weit mehr als bisher werde die wachsende Komplexität der Wirtschaft hinter intuitiven Benutzeroberflächen und leicht verständlichen Visualisierungen versteckt werden. Unternehmenssoftware müsse so leicht konsumierbar werden wie Web 2.0-Dienste oder sogar Videospiele, so Apotheker. Als Vision der Technologieentwicklung wird das transparent gemachte Unternehmen oder „Clear Enterprise" angestrebt.
Diese virtuelle Dopplung eines Wirtschaftsorganismus zeichne sich dadurch aus, schreiben Siegele und Zepelin, dass so gut wie alles, was in seinem Innern und in seiner unmittelbaren Umgebung geschieht, mit Software abgebildet und dadurch berechenbar wird. Die Manager von morgen werden in Echtzeit sehen, wie sich ihr Geschäft entwickelt. „Strategie, Umsetzung, neue Daten, neue Strategie uns so weiter", skizziert der SAP-Chef diesen permanenten Optimierungsprozess, der sich zeitlich weiter beschleunigen und räumlich ausdehnen wird. Im Mittelstand wird das noch nicht ganz so gesehen.
Bei der Bewertung der Bedeutung von IT in zukünftigen strategischen Unternehmensentscheidungen herrscht Uneinigkeit zwischen Geschäftsführern und IT-Leitern. Nach einer von SAP in Auftrag gegebenen Umfrage sieht fast jeder zweite IT-Leiter seine Abteilung in einer Beraterrolle bei strategischen Veränderungsprozessen. Bei den Geschäftsführer sind es nur 18,5 Prozent, die der eigenen IT-Abteilung diese Rolle zuweisen. Dennoch glaubt die Mehrheit beider Gruppen, dass sich mit IT Wettbewerbsvorteile erschließen lassen. Jeder zweite Geschäftsführer wünscht sich mehr aktive Impulse von der IT für strategische Unternehmensveränderungen - das deckt sich mit entsprechenden Ambitionen der IT-Leiter: über die Hälfte will darin stärker involviert werden.
Über 60 Prozent sehen in Unternehmens-Software ein wichtiges Hilfsmittel für die Bewältigung der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Betriebswirtschaftliche Software hilft, Geschäftsprozesse transparent abzubilden und so ein flexibleres sowie schnelleres Agieren am Markt zu ermöglichen. Daher will auch über die Hälfte der Befragten im kommenden Jahr in Software investieren.
In der von Innofact durchgeführten Studie wurden 212 Geschäftsführer und 206 IT-Entscheider in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Die mittelständischen Firmenvertreter stammen aus den Branchen Dienstleistung, Fertigung, Konsumgüter und Handel mit einem Jahresumsatz von 5 bis 500 Millionen Euro. Die Teilnehmer wurden über ihre Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage, zu Zukunftsoptionen, zur strategischen Bedeutung der IT-Abteilung, zum funktionalen Status Quo der Unternehmenssoftware und zu Finanz- und Budgetangelegenheiten befragt.
Die SAP-Studie kann hier angefordert werden.
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