Wirtschaft/Werbung/Internet

Der Niedergang der klassischen Werbung: Online in Großbritannien stärker als TV

Von Markus Steiner veröffentlicht am 30/09/2009 - Keine Kommentare

 

London, pte - Großbritannien ist der erste größere Wirtschaftsmarkt, in dem die Werbeausgaben für das Internet höher ausfallen als für das Fernsehen. Nach einem Bericht des britischen Internet Advertising Bureau (iab) und der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers haben Firmen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die Rekordsumme von rund 1,93 Milliarden Euro für Internet-Werbung ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 4,6 Prozent. Die Online-Werbeausgaben kletterten somit auf den Gesamtmarkt gerechnet auf den Höchstwert von 23,5 Prozent und konnten erstmals den TV-Sektor übertrumpfen, der es lediglich auf 21,9 Prozent Marktanteil geschafft hat. „Die Online-Werbung hat alle Erwartungen übertroffen und in den schwersten Marktbedingungen ein ordentliches Wachstum hingelegt", erklärt Guy Phillipson, Chief Executive des iab. Ausschlaggebend hierfür sei vor allem die Tatsache, dass die Werbetreibenden mittlerweile erkannt hätten, dass Online-Werbung eine hohe Bedeutung, Steuerbarkeit und Messbarkeit zukommt. Für die weitere Entwicklung des Werbemarktes in diesem Jahr geht Phillipson von einer turbulenten zweiten Jahreshälfte aus. 

Eine ähnliche Entwicklung könnte auch in Deutschland eintreten: „Viele Werbebudgets haben sich in den vergangenen Monaten von der Klassik in die Onlinewelt verschoben", sagte Arndt Groth vom Bundesverband Digitale Wirtschaft zum Auftakt der Kölner Fachmesse dmexco. Der Online-Werbemarkt liege mittlerweile hinter TV und Zeitungen mit einem Marktanteil von knapp 22 Prozent an dritter Stelle. Publikums- und Fachzeitschriften kämen nur noch auf rund 16 Prozent. TV- und Zeitungswerbung erreiche 37 Prozent.

Siehe auch:

Digitale Wirtschaft sieht sich als Gewinner der Krise - Kommunikationsagenturen müssen sich mit der neuen Ökonomie der Aufmerksamkeit auseinandersetzen.

 

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