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Der App-Store-Krieg im Mobilfunk: Anbieter kämpfen um den Markt für bezahlte Downloads

Von Gunnar Sohn veröffentlicht am 25/09/2009 - Keine Kommentare

 

Köln - Obwohl die so genannten Smartphones bislang in Deutschland nur einen Marktanteil von 13 Prozent erreichen, dominieren sie schon jetzt das multimediale Konsumverhalten und bieten Herstellern, Netzbetreibern, Medien und Markenartiklern neue Vermarktungschancen. Zu diesem Ergebnis kommt der Mobile Kompass 2009 des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW), der auf der gestern zu Ende gegangenen Fachmesse dmexco in Köln vorgestellt wurde. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wuchs die Zahl der deutschen Smartphone-Konsumenten um 52 Prozent auf rund sieben Millionen an.

Zudem ist dieses Kundensegment sehr margenträchtig, so dass alle namhaften Handy-Hersteller - angetrieben von den Netzbetreibern - Touchscreen-Geräte für den Massenmarkt entwickeln. „Vom iPhone-Schock haben sich die meisten Hersteller erholt und bringen nun wirklich exzellente Supercomputer im Kleinformat auf den Markt, die man privat und beruflich vielseitig einsetzen kann", bestätigt Peter Weilmuenster, Vorstandschef der Firma Bitronic, die als Servicepartner für IT- und Telekommunikationsunternehmen tätig ist.

Im Kampf um den Verbraucher und Millionen bezahlter Downloads wollen alle wichtigen Anbieter an den Erfolg der Applikationen anknüpfen, die man als iPhone-Besitzer über den iTunes-App-Store herunterladen kann. Nokia mit OVI, Google mit Android Market, RIM mit Blackberry App World und Microsoft mit Skymarket. Vodafone 360 legt den Schwerpunkt auf Social Networking. Das Internetportal Vodafone Live soll Kontakte von Facebook, Twitter und Google Talk synchronisieren.

„Hier zeichnet sich zwischen Apple, Google, Microsoft, Nokia, Vodafone, RIM und weiteren Firmen ein regelrechter App-Store-Krieg ab. Aber das ist einleuchtend. Ohne Applikationen kann man die vielfältigen Webdienste auf dem Handy nicht komfortabel einsetzen. Die App-Stores werden zur Tankstelle, um sich kleine nützliche Helfer für Flugbuchungen, Navigation, Restaurantfinder oder Newsticker herunterzuladen. Der nächste Schritt ist absehbar - die durchgängige Verbindung von Self Service und telefonischer Beratung. Das Handy wird so zu einem Serviceterminal, wo man ähnlich wie am Bankautomat seinen Kontostand abfragt oder eine Buchung vornimmt. Bei komplexeren Transaktionen kann man jederzeit eine Telefon-Verbindung mit einem Service-Mitarbeiter aufbauen und intelligente Sprachsysteme übergeben alle Eingaben an dessen Arbeitsplatz. Auf den Voice Days plus in Nürnberg werden erste Prototypen im Live Contest am 6. Oktober und im Praxisforum ‚Mobile Service' am 7. Oktober vorgestellt", so der Ausblick von Bernhard Steimel, Sprecher der Voice Days plus.

 

Die Aussichten sind vielversprechend: Allein im vergangenen Jahr stieg in Deutschland die Anzahl der Nutzer von Handy-Applikationen um 148 Prozent auf rund 3,2 Millionen. „Da sieht man, wie viel Luft noch nach oben ist", sagt der After Sales-Experte Weilmuenster. Wer Apple die Stirn bieten kann, steht noch in den Sternen. „Der Steve Jobs-Konzern hat den Vorteil, dass iTunes mit der Marke assoziiert wird und so zu einer starken Produktbindung führt. Analysten schätzen, dass die iTunes-Umsätze mit dem Faktor 8 die Verkaufserlöse für ein iPhone übersteigen. Davon können die Konkurrenten nur träumen", resümiert der Kundenservice-Fachmann Steimel.

Siehe auch: 

App-Store-War: Apple, Google, Microsoft, Nokia, RIM and now: Vodafone.

Apple's App Store Downloads Top Two Billion.

Zwei Milliarden: App Store mit Download-Rekord.

Diese 15 iPhone-Apps sind jeden Cent wert.

Intel: Applikationen für alle.

iPhone-Zubehör kann eigenständig Apps herunterladen.

Twitter-Apps bekommen einen App-Store.

Reichtum mit der Entwicklung von Applikationen - ist wohl eher Glückssache.

 

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